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Kunststück Henri Fantin Latour

Warum gerade dieses Bild?

Nichts besonderes, eine handelsübliche Tasse, eine Untertasse, ein Löffel.

 

Und trotzdem, - etwas faszinierendes geht von diesem Bild aus. Es ist auch ein ganz besonderes Bild, eines von einem Maler nicht üblicherweise gemaltes Motiv!  Dessen Schwerpunkt waren Blumenarrangements und Portraits. Eigentlich.

Aber eben dieses besondere Bild weckte meine Aufmerksamkeit:

 

 

Henri Fantin Latour, geb. 14.01.1836 - 25.08.1904 in Frankreich

"Weiße Tasse und Untertasse mit Löffel"

In der Schlichtheit liegt die Kraft, fiel mir als erstes ein. Dabei habe ich bei dem Betrachten des Bildes keinesfalls den Eindruck von Einfachheit. Ganz seinem Motto sich der Realität verpflichtet zu fühlen malte Henri Fantin Latour diese Tasse auf der Untertasse stehend mit einem Kaffeelöffel.

 

Aber berührt es nicht seltsam? Zentral ist das Motiv in Dunklem Untergrund gebettet.  Der Henkel der Tasse zeigt nach links, der Löffel liegt rechts. Durch diese Ausrichtung entsteht  grafisch betrachtet eine Diagonale, die dem Hell und dem Dunkeln die Balance gibt. Ebenso faszinierend ist die Schattierung, gefühlt von links hell bis rechts dunkel ist eine leise Steigerung. Das Licht ist auch nicht auf allen Gegenstandskanten und somit wird der Löffel fast vom Dunkel an manchen Stellen verschluckt, ist dennoch zum Greifen präsent. Der Blick fällt auf die Tasse,  die durchaus auch durch eine Besonderheit besticht. Vielleicht ist gerade das der Reiz, eine kleine Irritation, fast nicht greifbar......

Ebenso beschäftigt zumindest mich die Henkelrichtung und in Kombination des Löffels auf der rechten Seite. Wie würde meine Tasse - in Gebrauch - aussehen.

Ist es bewußt gelegt, so vorgefunden also ein echtes Lifestyle oder eher ein wirkungsvolles Arrangement.....

 

Die Aufgabe ergibt sich fast von selbst:

Dieses Motiv, in der Schlichtheit so komplex verführt einen selbst dazu einmal

 

Tasse, Unterasse und Löffel zur Hand zu nehmen

 

und Betrachtungen bzw. Studien anzustellen, und diese zu fotografieren...

 

Hintergrund gerne Schwarz, gerne auch schwarzen Karton als Hohlkehle verwenden

 

Extra keine SW-Einstellung an der Kamera vornehmen. Manche Motive können SW von ganz alleine.

 

Licht darf Tageslicht oder externer Blitz sein. Einfach Ausprobieren, welches zu den gewünschten Schatten führt.

 

Ein paar Versucherle:

PS. Spannend ist auch, im Original Gemälde zwei Perspektiven vereint zu sehen um die Tasse noch vollständiger wahrzunehmen und zu erleben. Das ist eben Malerei, mit ihr ist einfach auch diese Dimension möglich. Das nur am Rande...

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